Archiv für Februar 2010

„Kaiserslautern, euer Stammbaum ist ein Kreis!“

Gestern endlich wieder ins Stadion, und dann gleich noch Spitzenspiel und die Möglichkeit, Tabellenführer zu werden – die Vorfreude war dementsprechend groß! Leider hat es St. Pauli dann mal wieder vergeigt. Sehr ägerlich, allerdings nicht wirklich unverdient, da hätte einfach mehr kommen müssen. Naja, war trotzdem ’ne lustige Fahrt und ein kleiner Trost kommt noch aus Israel, besser gemacht hat es gestern nämlich Hapoel Tel Aviv, die das Stadtderby 4:2 für sich entschieden:

Keine Arbeit? Kein Brot? Kein Frieden!

Bereits seit letztem Jahr kämpfen in der Türkei 12.000 ArbeiterInnen des ehemaligen Staatskonzerns und jetzigen British-American-Tobacco-Ablegers TEKEL um ihre Arbeitsplätze. Sie zeigen dabei eine enorme Entschlossenheit, harren teilweise seit Wochen in Zelten in der Hauptstadt Ankara aus oder befinden sich im Hungerstreik. Immer wieder wird in Artikeln auch berichtet, dass der Streik – im Gegensatz zum idealistischen Gequatsche z.B. der GSP-AnhängerInnen – zur Bewusstseinsbildung der Beteiligten beiträgt und hilft, nationalistische Spaltungen in der ArbeiterInnenschaft zu überwinden. Die Praxis kann also durchaus der vollständigen theoretischen Klarheit vorausgehen! Leider beschränkt sich die Unterstützung des Streiks in Deutschland bisher auf die üblichen Verdächtigen: Türkische und kurdische Exilorganisationen sowie trotzkistische/stalinistische Kleingruppen. Aus dem bewegungsorientierten Spektrum beteiligt sich (meines Wissens nach) bisher einzig und allein die ARAB an Solidaritätsveranstaltungen.

Das sollte sich ändern! Also besucht bitte die Soliveranstaltungen in eurer Nähe und spendet für die türkischen ArbeiterInnen:

Solidaritätskonto der NGG bei der
SEB Hamburg,
Konto 113 202 6600,
BLZ 200 101 11,
Stichwort: Soli-Tekel

PInesisch einfach gemacht:

Einfach schreiben hetzen wie Stefan Herre oder Henryk M. Broder:

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Endlich wieder Fußball!

Ich und der FCSP führen zur Zeit eine Fernbeziehung. Aus finanziellen und Zeitgründen kann ich daher leider viele Spiele nicht sehen und musste auch die letzten Partien schweren Herzens sausen lassen: Im Jahr 2010 habe ich noch keine einzige gesehen. Das wird sich allerdings morgen ändern, und zur Einstimmung gibt’s ein kleines Video:

Voran Sankt Pauli!

Lesetip #1: Nachtrag zum Hamburger Kinozoff

Zur Erinnerung: Ende des letzten Jahres ging es in der deutschen Linken mal wieder heiß her. Die KontrahentInnen: Auf der einen Seite eine verhinderte CineastInnen-Combo mit einer schlechten Provokation, auf der anderen Seite ein Trupp verhinderter TürsteherInnen, die nur zu gerne auf diese Provokation einstieg und dabei deutlich über’s Ziel hinausschoss. Am Anfang stand so die – verurteilenswerte – Verhinderung einer israelfreundlichen Doku in einem Hinterhofkino. „Bedeutung“ über Stadtgrenzen hinaus konnte dieser Konflikt allerdings wohl nur unter den hiesigen Gegebenheiten einer völlig marginalisierten Linken erlangen, die (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen) meilenweit von den Interessen, Auseinandersetzungen und Problemen der Mehrheit der Menschen entfernt ist und daher einen Streit zwischen ein paar unbedeutenden Grüppchen zur angeblich bundesweit bedeutsamen „Schlacht“ aufbläst. Das Ende vom Lied: Scheinbar endlose Blogkriege, zig Aufführungen des umstrittenen Films, Aufregung in deutschen und internationalen Medien, Vorschub für platte ExtremismustheoretikerInnen, eine schlecht besuchte Demo und ein Machtwort von Papst Wurstmüller persönlich, dass für äußerst unterhaltsame Aufregung in den antideutschen Reihen sorgte . Oder um es anders zu fassen: Viel heiße Luft und viel vergeudete Zeit, die auf dem Weg zur sozialen Revolution sicher sinnvoller hätte investiert werden können.

Warum das alles hier noch einmal ausgebreitet wird? Weil ich gerade eben erst auf dem (übrigens sehr lesenswerten) Blog pixelutopia über einen Text gestolpert bin, der den oben skizzierten Konflikt wunderbar unaufgeregt und vernünftig einordnet. Vorhang auf für die Interkulturelle Spielgruppe RANTANPLAN mit „Alles Sektenscheiße!“