Lesetip #1: Nachtrag zum Hamburger Kinozoff

Zur Erinnerung: Ende des letzten Jahres ging es in der deutschen Linken mal wieder heiß her. Die KontrahentInnen: Auf der einen Seite eine verhinderte CineastInnen-Combo mit einer schlechten Provokation, auf der anderen Seite ein Trupp verhinderter TürsteherInnen, die nur zu gerne auf diese Provokation einstieg und dabei deutlich über’s Ziel hinausschoss. Am Anfang stand so die – verurteilenswerte – Verhinderung einer israelfreundlichen Doku in einem Hinterhofkino. „Bedeutung“ über Stadtgrenzen hinaus konnte dieser Konflikt allerdings wohl nur unter den hiesigen Gegebenheiten einer völlig marginalisierten Linken erlangen, die (mit wenigen rühmlichen Ausnahmen) meilenweit von den Interessen, Auseinandersetzungen und Problemen der Mehrheit der Menschen entfernt ist und daher einen Streit zwischen ein paar unbedeutenden Grüppchen zur angeblich bundesweit bedeutsamen „Schlacht“ aufbläst. Das Ende vom Lied: Scheinbar endlose Blogkriege, zig Aufführungen des umstrittenen Films, Aufregung in deutschen und internationalen Medien, Vorschub für platte ExtremismustheoretikerInnen, eine schlecht besuchte Demo und ein Machtwort von Papst Wurstmüller persönlich, dass für äußerst unterhaltsame Aufregung in den antideutschen Reihen sorgte . Oder um es anders zu fassen: Viel heiße Luft und viel vergeudete Zeit, die auf dem Weg zur sozialen Revolution sicher sinnvoller hätte investiert werden können.

Warum das alles hier noch einmal ausgebreitet wird? Weil ich gerade eben erst auf dem (übrigens sehr lesenswerten) Blog pixelutopia über einen Text gestolpert bin, der den oben skizzierten Konflikt wunderbar unaufgeregt und vernünftig einordnet. Vorhang auf für die Interkulturelle Spielgruppe RANTANPLAN mit „Alles Sektenscheiße!“


2 Antworten auf „Lesetip #1: Nachtrag zum Hamburger Kinozoff“


  1. 1 fortschritt 02. Februar 2010 um 12:45 Uhr

    Papst Wurstmüller persönlich

    so gelacht!

  1. 1 Hamburger Sektenquatsch « bikepunk 089 Pingback am 17. Februar 2010 um 12:11 Uhr
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