Archiv der Kategorie 'Dokumente des Linksradikalismus'

Gruppe undogmatischer Marxismus – Für eine neue Linke (1974)

So, heute gibt es ein Positionspapier der „Gruppe undogmatischer Marxismus“ aus dem Jahr 1974. Die Gruppe entstammte der zu diesem Zeitpunkt bereits zerfallen(d)en Studierendenbewegung West-Berlins und versuchte, die Erkenntnis hochzuhalten, das persönliche und gesellschaftliche Emanzipation nur zusammen zu haben sind. Leider erfolglos, muss man aus heutiger Sicht wohl konstatieren, in den 70ern teilte sich ein Großteil der Studierendenbewegung in autoritäre ML-Gruppen auf der einen und zunehmend unpolitische Selbsterfahrungsgruppen auf der anderen Seite.

1. Mai 1973: Tag gegen die Arbeit!

Da Debatten um/gegen (Lohn-)Arbeit ja zur Zeit in der radikalen Linken der BRD mal wieder einen größeren Raum einnehmen, habe ich mich entschlossen, einen Text der Münchner Gruppe Arbeitersache zu veröffentlichen. Die Gruppe war Teil des westdeutschen Zusammenschlusses „Wir wollen alles!“, der sich stark am italienischen Operaismus orientierte. Die Münchner GenossInnen vertraten die Analyse, dass die migrantischen ArbeiterInnen (damals noch als GastarbeiterInnen bezeichnet) dauerhaft in der BRD bleiben würden und dort in einigen Industriezweigen eine ökonomisch zentrale Stellung einnähmen. Daher setzten sie sich seit dem Beginn ihrer Arbeit im Betrieb für das Konzept der multinationalen Zusammenarbeit ein. Bei BMW und MAN in München waren daher u.a. griechische ArbeiterInnen Teil der Gruppe und auch mit italienischen ArbeiterInnen, die in Lotta Continua organisiert waren, wurde eng kooperiert. Als der Gruppe die Begrenzheit der Arbeit in der Fabrik bewusst wurde, entschied sie sich, auch stärker politische Arbeit im Stadtteil bzw. „der Region“ zu machen. Teil dieser Bemühungen waren Veranstaltungen zum 1. Mai 1973, u.a. eine Demonstration und Festlichkeiten, die die Gruppe unter das Motto „1. Mai – Tag gegen die Arbeit – Wir wollen leben!“ stellte.

Vor dem Text noch eine kurze Anmerkung: Falls daran Interesse besteht, habe ich vor, in der nächsten Zeit mehr historische Dokumente des deutschen Linksradikalismus zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wünsche, Diskussionen, Feedback sind stark erwünscht!

Hier jetzt der Ausschnitt aus Gruppe Arbeitersache (1973): Was wir brauchen, müssen wir uns nehmen. München: Trikont Verlag, S. 175-179.

DER 1. MAI 1973

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