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1. Mai 1973: Tag gegen die Arbeit!

Da Debatten um/gegen (Lohn-)Arbeit ja zur Zeit in der radikalen Linken der BRD mal wieder einen größeren Raum einnehmen, habe ich mich entschlossen, einen Text der Münchner Gruppe Arbeitersache zu veröffentlichen. Die Gruppe war Teil des westdeutschen Zusammenschlusses „Wir wollen alles!“, der sich stark am italienischen Operaismus orientierte. Die Münchner GenossInnen vertraten die Analyse, dass die migrantischen ArbeiterInnen (damals noch als GastarbeiterInnen bezeichnet) dauerhaft in der BRD bleiben würden und dort in einigen Industriezweigen eine ökonomisch zentrale Stellung einnähmen. Daher setzten sie sich seit dem Beginn ihrer Arbeit im Betrieb für das Konzept der multinationalen Zusammenarbeit ein. Bei BMW und MAN in München waren daher u.a. griechische ArbeiterInnen Teil der Gruppe und auch mit italienischen ArbeiterInnen, die in Lotta Continua organisiert waren, wurde eng kooperiert. Als der Gruppe die Begrenzheit der Arbeit in der Fabrik bewusst wurde, entschied sie sich, auch stärker politische Arbeit im Stadtteil bzw. „der Region“ zu machen. Teil dieser Bemühungen waren Veranstaltungen zum 1. Mai 1973, u.a. eine Demonstration und Festlichkeiten, die die Gruppe unter das Motto „1. Mai – Tag gegen die Arbeit – Wir wollen leben!“ stellte.

Vor dem Text noch eine kurze Anmerkung: Falls daran Interesse besteht, habe ich vor, in der nächsten Zeit mehr historische Dokumente des deutschen Linksradikalismus zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wünsche, Diskussionen, Feedback sind stark erwünscht!

Hier jetzt der Ausschnitt aus Gruppe Arbeitersache (1973): Was wir brauchen, müssen wir uns nehmen. München: Trikont Verlag, S. 175-179.

DER 1. MAI 1973

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Promo

Nachdem einer meiner Lieblingsrapper, Johnny Mauser, letztes Jahr schon im Niedersächsischen Verfassungsschutzbericht promotet wurde, springt jetzt auch die Hamburger Mopo auf den Zug auf und bringt ihren LeserInnen den heissen Scheiß:

Neonschwarz

Das neue Album von Johnny und Captain Gips ist seit gestern endlich draußen. Der Eindruck von den letzten Konzerten, dass die Platte ’ne Ecke prolliger und härter als die Erste wird, hat sich leider nicht bewahrheitet. Dafür geht’s wieder sehr wortgewitzt und entspannt zur Sache und die ersten Faves (Endlos, Flora bleibt, On A Journey, …) kristallisieren sich auch schon heraus. Sehr schön auch, dass es neben „linken Basics“ wie Stellungnahmen zu Nazis, Migrationspolitik, Repression auch mal wieder ’ne allgemeine Kritik am Normalzustand und Lohnarbeit zu hören gibt.

Kurz und gut, zieht euch den Kram:
http://johnnymauser.com/JOHNNY_MAUSER_&_CAPTAIN_GIPS_-_NEONSCHWARZ.rar

Und vor allem, geht zu den Konzerten, live geht’s noch mehr ab… „ehhhhhhjoooooooo, Captain Gips!“

Good Stuff

Vielleicht ja demnächst mal auf ’ner Demo zu hören?

Die Mitte der Gesellschaft

Spiegel Journalistin Ulrike Putz beweist mal wieder, wie schwachsinnig das Gerede von der angeblichen „Mitte der Gesellschaft“ ist: In ihrem Artikel ist plötzlich die Kadima-Partei „eigentlich links der Mitte angesiedelt“. Klar, bei Erstarken des rechten Lagers und eklataner Schwäche der Linken1 verschiebt sich so’ne Mitte schon mal ein bischen. Die Frage ist nur, was damit dann eigentlich noch beschrieben werden soll. Naja, man macht sich die Definition eben, wie sie gerade passt: Links, rechts, extrem, alles relativ …

  1. Alle irgendwie als links bezeichenbare Parteien in Israel, der zionistische Linksparteiverschnitt „Meretz“, die antizionistische KP „Chadasch“ und die arabische, linksnationalistische „Balad“ kommen zusammen gerade mal auf 10 von 120 Sitzen in der Knesset. [zurück]